Montag, 06 Mai 2019 07:18

Pressebericht zur Mitgliederversammlung

MITGLIEDERVERSAMMLUNG
SSB Hagen: Beitragserhöhung soll moderater ausfallen
WP: Axel Gaiser 30.04.2019 - 19:35 Uhr

HAGEN.


Nach dem Gegenwind bei der Mitgliederversammlung will SSB-Chef Reinhard Flormann nun auf die Klubvertreter zugehen, um Kompromisse zu finden.

Erst am Ende gab es einige versöhnliche Wortmeldungen. Und die Mahnung von Detlef Spruth. „Wir müssen den Stadtsportbund-Vorstand als unsere Vertreter doch schützen und nicht angreifen“, sagte der Vorsitzende des VfL Eintracht Hagen, der zuvor die Probleme des Sports bei der Politik verortet hatte. In den knapp zwei Stunden zuvor war bei der Mitgliederversammlung des Stadtsportbunds Hagen im Sinfonium der Stadthalle allerdings ein gehöriger Dissens zwischen vielen Klubvertretern und dem SSB-Vorstand deutlich geworden.
Mit der Folge, dass statt der Vorstands-Kandidatin Heike Boese André Sänger zum 2. Vorsitzenden gewählt, der Etatplan 2019 abgelehnt und die geplante Beitragserhöhung aus formellen Gründen vertagt wurde (die WP berichtete).

SSB-Chef Reinhard Flormann will nun auf die Klubvertreter zugehen, um für eine weitere Sitzung nach den Sommerferien eine Kompromiss-Lösung zu finden.

Es ging vornehmlich ums Geld. Um die vielfältigen und zusätzlichen Aufgaben des Stadtsportbunds, dessen Mitarbeiter und ihr Wirken im übrigen unisono von allen Klubvertretern gelobt wurden, noch zu finanzieren, hatte der SSB-Vorstand eine Beitragserhöhung ab dem 1. Januar 2020 für die Vereine beantragt. Vereine mit bis zu 50 Mitgliedern sollten statt bisher 34,99 künftig 50 Euro pro Jahr zahlen, größere Klubs wären mit einem Euro pro Mitglied (bisher 70 Cent) dabei.

„Dass eine Beitragserhöhung nichts Schönes ist, ist doch klar, das trifft uns doch alle“, machte Flormann, auch Vorsitzender des TSV Fichte Hagen, am Tag danach deutlich: „Wir selbst bei Fichte zahlen doch auch 1500 Euro, das wären 450 Euro mehr als bisher.“

In Hagen müsste nur der TSV 1860 noch mehr berappen. Seit etwa 20 Jahren sind die Beiträge nicht erhöht worden, vom Landessportbund sei ihm sogar eine Aufstockung um 60 Cent pro Mitglied vorgeschlagen worden.
„Natürlich gibt es andere Stadtsportbünde, die geringere Beiträge haben“, sagt Flormann, „aber da sind die jeweiligen Zuschüsse von der Stadt auch deutlich höher.“

Nach der nächsten SSB-Vorstandssitzung am 23. Mai will er nun mit seinen Stellvertretern Peter Alexander und André Sänger auf die Vertreter einiger größerer Vereine inklusive deren Rechtsbeiständen zugehen, um eine Kompromisslösung mit einer moderateren Erhöhung - etwa um 20 auf 90 Cent pro Mitglied - zu finden. Und gleichzeitig beim SSB nach weiterem Sparpotenzial zu suchen. Eine Sondersitzung nach den Sommerferien, bei der auch - wenn dann schon vorliegend - Details zum angekündigten Sportstätten-Förderprogramm der Landesregierung erläutert werden sollen, wäre dann geplant. „Dann kommen schon mal die Vertreter der 68 Klubs mit vereinseigenen Anlagen“, hofft er. Denn die magere Resonanz bei der Mitgliederversammlung - nur 43 von knapp 200 Vereinen war vertreten - irritierte die Verantwortlichen. „Auch wenn ich etwas ablehnen will, dann muss ich doch dahin“, sagte Flormann, der angesichts des auch so deutlichen Gegenwinds in der Tagung einräumte: „Das haben wir unterschätzt.“